MLT Prolog

„Die Blume und der Prinz“
von Sascha Maurer

Eines Tages ging der kleine Prinz gedanken-verloren einen Feldweg in der Nähe eines Waldes entlang, als er plötzlich am Rande eine kleine, bunte Blume sah – er blieb stehen und schaute sich die Blume von allen Seiten an. Da rief die kleine Blume: „Kann ich Dir helfen?“

Der kleine Prinz schaute etwas überrascht, fing sich aber zugleich und sprach: „Ja, kannst Du – Du bist so wunderschön, Dein Duft ist so überwältigend und Deine Farben berühren mein Herz, was für eine Blume bist Du? Ich habe solch eine schöne Blume noch nie gesehen!“ Die Blume, sich etwas verlegen zur Sonne neigend, antwortete sanft: „Ich bin die Blume der Liebe, ich bin die Blume des Lebens und ich bin die Blume des Universums!“

„Ohh!“, sprudelte es aus dem kleinen Prinzen heraus. „Blume des Universums, des Lebens und der Liebe – wie wunderschön!“ Er hielt für einen Moment inne, schaute sich die Blume wieder von allen Seiten an, kniete sich vor die Blume nieder und schwieg.

Sein Schweigen unterbrach er aber immer wieder durch ein kurzes Kopfschütteln oder durch ein ständig größer werdendes Lächeln in seinem Gesicht, so als ob in ihm jemand versuchte, sein großes Herz und seinen klaren Verstand miteinander zu vereinen.

Nach einer kurzen Weile aber wurde er still – still in sich ruhend wie ein kraftvoller Berg, stillruhend wie ein spiegelglatter See und ruhig wie ein Mönch in tiefer Meditation. Da sprach er: „Wenn ich Dich pflücke, verändere ich Dich, wenn ich weitergehe, verändere ich mich, und wenn ich hier bleibe, verändern wir uns!“

„So ist es!“, antwortete die farbenfrohe Blume: „Wenn Du mich pflückst, wird die Liebe sterben, das Leben in mir verwelken und Deine Verbindung zum Universum vergehen – wenn Du weitergehst, wirst Du die Liebe mit Dir nehmen, das Leben genießen und den Glauben an das Universum immer in Dir tragen. Wenn Du allerdings bei mir bleibst, so werden wir die Liebe sein, so werden wir das Leben gestalten und so werden wir als Boten des Universums anderen Menschen helfen, ihren Weg zu finden!“

Es wurde wieder still – die Sonne schien warm und gelb, der Himmel war blau und weit wie nie, die Wiesen und Felder gemalt in vielerlei Farben, der Wald war kühl und klar, selbst die Tiere und Pflanzen um ihn herum hielten inne.

Da sprach der kleine Prinz ruhig und gelassen, mit einem strahlenden Glanz in seinem Gesicht:
Gut, hier bin ich!

 

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