BlogSinn #38

Gesundheit ist der Sonnenschein der Seele.“ (Edward Young, 1683-1765)

Nicht nur die Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 1948 – „Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.„, sondern schon das Zitat des englischen Satirikers, Komödienschreibers und anglikanischen Pfarrers Edward Young aus dem 18. Jahrhundert zeigt die besondere Bedeutung des seelisch-geistigen Wohlbefindens für die Gesundheit eines Menschen.

Der individuellen Verantwortung für die Förderung und Stärkung des körperlichen, seelisch-geistigen und sozialen Wohlbefindens werden sich die Menschen in Deutschland immer stärker bewusst, u.a. erkennbar auch am zunehmenden Interesse an den eher touristisch orientierten Reiseformen des „weichen“ Gesundheitstourismus, v. a. an Erholungs-, Wellness- oder Fitness-Aufenthalten. Speziell die Kneipp-Interessierten erweisen sich als sehr attraktive Zielgruppe mit hoher Affinität für Gesundheitsreisen, starker Gesundheitsreiseintensität und hoher Zahlungsbereitschaft, die sich z. B. überdurchschnittlich oft für die o.a. gesundheitlichen Reiseformen interessieren. Außerdem ist ein Drittel der Kneipp-Interessierten in den letzten drei Jahren dreimal und mehr zu einer Gesundheitsreise verreist. 39% der Interessenten sind bereit, eine Gesundheitsreise komplett selbst zu finanzieren (Kompetenzanalyse der Heilbäder und Kurorte, 2014).

Auch von Seiten des Gesetzgebers wird verstärkt auf Gesundheitsförderung und Prävention geachtet. Der Deutsche Bundestag hat am 18. Juni 2015 das „Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention“ verabschiedet. Mit dem Präventionsgesetz (PrävG) werden insbesondere Projekte in den „Lebenswelten“ – Schulen, Kindertagesstätten oder Betrieben – in den Fokus genommen. Außerdem sollen die Leistungen zur Früherkennung von Krankheiten erweitert und die Zusammenarbeit von Krankenkassen und Behörden im Bereich von Arbeitsschutz und Betrieblicher Gesundheitsförderung verbessert werden.

So soll laut AOK-Bundesverband zur Finanzierung der geplanten Leistungsausweitungen der Richtwert für die Ausgaben der Krankenkassen zur primären Prävention – für die Vorbeugung von Krankheiten – auf sieben Euro je Versicherten steigen. Vier Euro davon sind fest gebunden: Der Mindestwert für BGF-Leistungen und für Präventionsleistungen in den Lebenswelten der Versicherten soll künftig jeweils zwei Euro je Versicherten betragen (AOK-Bundesverband, 2015).

Gerade berufstätige Menschen verbringen einen bedeutenden Teil ihrer Lebenszeit am Arbeitsplatz, an dem psychosoziale und körperliche Faktoren große – negative wie positive – Auswirkungen auf die Gesundheit haben können. Daher haben auch immer mehr Unternehmen und Arbeitgeber den Nutzen und die Wichtigkeit von betrieblicher Gesundheitsförderung bereits erkannt und betriebliche Programme und Projekte erfolgreich in ihren Unternehmen eingeführt – sie haben die betreibliche Gesundheitsförderung zu einer Managementaufgabe in ihren Betrieben gemacht.

Aber vor allem die kleinen und mittelständischen Unternehmen nutzen die Möglichkeiten der betrieblichen Gesundheitsförderung noch nicht ausreichend oder sind noch nicht hinreichend über die Chancen und Möglichkeiten betrieblicher Gesundheitsförderung informiert. Der Grund ist ebenso einfach wie nachvollziehbar: Sie haben oft nur wenig Mitarbeiter und einen begrenzten Gestaltungsspielraum (Bundesministerium für Gesundheit, 2015).

Insbesondere niedrigschwellige Angebote können den Einstieg für die KMU in die betriebliche Gesundheitsförderung erleichtern. Ein besonders geeignetes, niedrigschwelliges Angebot ist das Projekt der „Initiative – Gesunder Betrieb“ (i-gb) aus Bayreuth. Hierbei erhalten die Mitarbeiter vom Arbeitgeber die „i-gb Card“ für das sogenannte „i-gb Gesundheitsnetz„. Mit dieser Karte können die Mitarbeiter bei allen beteiligten Präventionspartnern kostenfrei oder vergünstigt gesundheitsfördernde Maßnahmen absolvieren. Das vom i-gb geprüfte, qualitativ hochwertiges Partnerangebot ist vielfältig und attraktiv. Der Arbeitgeber stellt den Mitarbeitern durch das i-gb Gesundheitsnetz ein vielfältiges Gesundheits-, Präventions- und Wellnessangebot zur Verfügung, das von den Arbeitnehmern mit der „i-gb Card“ in vielfältiger Form flexibel wahrgenommen und genutzt werden kann (i-gb Initiative – Gesunder Betrieb, 2015).

Weitere Information zum i-gb hier unter: http://www.i-gb.de

Auch Führungskräfte sind Menschen mit persönlichen Stärken, Schwächen und Grenzen. Sie spüren Ungleichgewichte zwischen Anforderungen und Bewältigungsmöglichkeiten – psychisch wie körperlich – ebenso wie ihre Mitarbeiter. Eine vom Wirtschaftsforum der Führungskräfte 2012 beauftragte Studie hat ergeben, dass 59% der Manager unter Stress, 52% unter Bewegungsmangel und 42% unter Gewichtsproblemen leiden. 25% gaben aktuelle Gesundheitsprobleme an. Jeder siebente Manager fühlte sich von Burnout gefährdet oder litt aktuell darunter. Führungskräfte sind daher selbst eine wichtige Zielgruppe für Gesundheitsförderung.

Die „Initiative – Gesunder Betrieb“ und Sascha Maurer, Geschäftsführer von MyLifeTalents, werden zukünftig im Rahmen einer strategischen Kooperation und Partnerschaft miteinander eine „i-gb Gesundheitsakademie“ für die Beratung, das Training und das Coaching von Führungskräften und Manager in/zu den Themenfeldern

  • „Gesundheitsförderliche Gestaltung von Arbeitsbedingungen“,
  • „Gesundheitsgerechte Führung“,
  • „Gesundheitsförderlicher Arbeits- und Lebensstil“ sowie
  • „Stressbewältigung und Ressourcenstärkung“

gemäß § 20a SGB V aufbauen, um die gesundheitsbezogene Führungskompetenz, das persönliche Gesundheitsverhalten und die Vorbildfunktion der Führungskräfte und Manager in den bayerischen Unternehmen und KMU-Betrieben auszubauen (vgl. GKV-Spitzenverband, Leitfaden Prävention, 2014).

Wir freuen uns auf die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Harald Schubert und Andreas Mendel, den beiden Geschäftsführern der „Initiative – Gesunder Betrieb“, und den gemeinsamen Beitrag, den wir zur Förderung und Stärkung des körperlichen, seelisch-geistigen und sozialen Wohlbefindens der Mitarbeiter und Führungskräfte in Bayern zukünftig erbringen werden.

Herzliche Grüße von

Brigitte & Sascha

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