BlogSinn #33

Selbsterfahrung & Familie: Wanderung auf dem Lechweg

Wir haben es geschafft – gesund, munter und mutig: 125 km und 5.390 Höhenmeter flussaufwärts in 10 Tagen, vom Lechfall in Füssen bis zur Quellregion des Lech, dem Formarinsee in Vorarlberg!

Ein wundervolles Erlebnis, jede Etappe eine Herausforderung für sich und immer auch ein erfüllendes Natur- und Sinnerlebnis. Mit jedem Schritt, ob in der Sonne, im Wind oder im strömenden Regen, mit jedem Schritt dem Loslassen, der Hingabe an den Moment, der Gegenwärtigkeit näher kommend. Keine drei Etappen hat es gebraucht und alles Vergangene war vergangen, alles Zukünftige blieb ungedacht – lediglich fokussiert auf den gegenwärtigen Schritt, die Schönheit der Natur oder die Empfindungen des Körpers.

Körper, Geist und Seele völlig regenerierend, wohltuend hungrig und müde und gleichzeitg inspiriert und erfüllt, gingen wir Etappen von 6 bis 18 km mit unterschiedlichen Höhenprofilen. Mit jeder Etappe wurde es hochalpiner, (be)sinnlicher und befreiender, fast immer auch anstrengend und anspruchsvoll ob der Länge, des Wetters oder der Höhenunterschiede. Von 1,5 h bis zu 6 Stunden Zeit für sich, Zeit für die Natur und Zeit für persönliche Gespräche, aber immer auch Zeit für Schmerzen, Befindlichkeiten und Gefühle, die manchmal besondere Pausen erforderten.

Über Stock und Stein, durch Wald und Wiesen, durch Wasser und Schlamm gingen wir – im Schnitt 3 bis 4 Stundenkilometer schnell – gut ausgerüstet. Allen voran gehend unser damals noch 7-jähriger Sohn (ist nach der Wanderung 8 Jahre alt geworden), ein einmaliges Vorbild für Wanderfreude, Ausdauer, Disziplin und Anstrengungsbereitschaft, der immer auch die Augen offen für die Schönheit der Pflanzen- und Tierwelt hatte. Tausende von Schmetterlingen, Vögeln und Insekten, aber auch ein Fuchs, Kühe und ein Murmeltier begegneten uns auf den erlebnisreichen Lechwegen flussaufwärts.

Persönliche Sinnfragen säumten den Weg – ob bei Schmerzen und Beschwerden für die Wanderung als solche oder in Erholungs- und Entspannungsphasen für das eigene Leben an sich. Begegnungen mit anderen Menschen schärften den Blick für die Individualität und Vielfalt des Seins. Kulinarische Erlebnisse schenkten dem erwanderten Weg seine zusätzliche Würze oder Süße. Eine Vielzahl von Erschwernissen, Erkenntnissen und Erlebnissen bereicherten Körper, Geist und Seele – bis zur Belohnung der erfolgreich bewältigten, letzten Wanderetappe, unserer Königsetappe von Zug/Vorarlberg bis zum Formarinsee.

Strahlender Sonnenschein, glasklares Wasser im fast 1.800 m hoch liegendem Bergsee, Glücksgefühle, Freude und Stolz – danach noch vier Tage Erholung und Entspannung in dem sehr empfehlenswerten 4-Sterne-Hotel, der Roten Wand in Zug.

Letztlich ist die Wanderung auf dem wunderschönen Lechweg nicht nur ein Sinn- und Naturerlebnis für besinnliche und leidenschaftliche Wanderfreunde, sondern vor allem als Burnout-Prophylaxe und aktive Form der Regeneration allen Worklife-Balance-Kritischen und Regenerationsbedürftigen zu empfehlen. Dafür möchten wir Dir ein paar Tipps geben:

  • Gehe den Lechweg flussaufwärts der Quelle entgegen.
  • Bereite Dich gut auf die insgesamt leichte bis mittelschwere Wanderung vor.
  • Achte auf die Qualität und Eignung Deiner Ausrüstung für alle Wetterlagen.
  • Gehe mind. 8 Etappen mit unterschiedlichen Streckenlängen.
  • Gehe – wenn möglich – die meiste Zeit schweigend.
  • Gehe achtsam Schritt für Schritt.
  • Beachte die Schönheit der Natur und den Schutz der Umwelt.
  • Nutze Dein Smartphone nur zum Lesen von Mails – beantworte wichtige Mails nur nach der Wanderung.

Und bevor ich es vergesse: Wir sind jeden Tag mit großer Freude aufgewacht und konnten kaum erwarten, die nächste Etappe zu starten. Wir haben den Lackmustest für unseren familiären Zusammenhalt bestanden. Die Organisation und Planung der Wanderung durch Mutter – und unseren Sohn – waren großartig. Für unseren Sohn war es ein unvergessliches Abenteuer, für uns ein (be)sinnliches Familienerlebnis der Achtsamkeit und Verbundenheit. Und natürlich hat der Vater den Fitnesstest bravourös bestanden!

In diesem Sinne viel Spaß, Freude und Erfüllung auf Deiner (Lebens-)Wanderung…

…und vergiss niemals den Wert Deiner Freiheit!

Dein Sascha

 

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